Aktivitäten

1994 – 2014 20 Jahre Partnerschaft

Der Jubiläumsbesuch in diesem Jahr war schon etwas Besonderes. Noch nie waren wir so viele Mitfahrer (19 Personen). Anders als bei der ersten Fahrt vor 20 Jahren kamen in diesem Jahr alle gut im Dorf Batiz an.  

Jugendhaus in Batiz    Seit 1998 wohnen wir während unserer Besuche dort im Gästehaus.
   Batiz gehört mit zum Gemeindebezirk der Gesamtgemeinde Broos und
   ist vom Hauptort nicht zu weit entfernt (ca. 20 km). Für die Größe
   unserer Gruppe hat der Platz im Gästehaus bei den früheren Besuchen
   immer ausgereicht. In diesem Jahr war es knapp und wir haben zur
   Sicherheit noch zwei große Zelte mitgenommen.

Vier Zelt-erprobte Mitfahrer haben dann die Woche in den Zelten übernachtet. Und trotz teilweise heftiger Regenfälle ging alles gut.

Bei den bisherigen Besuchen hatte sich eine Mischung aus vier Aspekten bewährt: Begegnung mit den Menschen in der Gemeinde Broos, eine praktische, handwerkliche Arbeit möglichst gemeinsam mit den Broosern, Würdigung der Arbeit der freiwilligen Helfer im ökumenischen Hilfsverein Ortopraxia und ein Gespräch mit den Verantwortlichen der beteiligten Gemeinden und Kennenlernen von Land und Leuten über die Gemeinde Broos hinaus. Auch in diesem Jahr war es nicht anders.Im Mittelpunkt unseres Besuches standen aber in diesem Jahr das Jubiläum und die dazugehörige Feier. Wesentlicher Bestandteil der Jubiläumsfeier war der Rückblick und die Erinnerung. Eine große Zahl an Gemeindegliedern, an Freunden und Gästen war gekommen, um zusammen mit uns Essenern zu feiern. Der Gottesdienst um 10 Uhr war der gelungene Beginn für den Festtag. Michael Banken hielt die Predigt, wie eigentlich immer bei unseren Besuchen. Wir anderen haben uns mit Chorgesang und Bläsermusik an der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes beteiligt.Nach dem Gottesdienst gab es im Gemeindehaus gegenüber der Kirche die erste Gelegenheit, bei Kuchen und Getränken alte Bekanntschaften zu erneuern oder neue Bekanntschaften zu machen. Auch hier standen schon die Fragen „Wie ist es eigentlich zur Partnerschaft gekommen“ und „… wisst ihr noch?“ im Mittelpunkt. Diese Fragen wurden dann von Michael Banken in einer Erinnerung mit Fotopräsentation zu den Begegnungen der letzten 20 Jahre aufgegriffen. Es war beeindruckend zu sehen, was alles passiert ist: Wir haben viele Menschen kennengelernt, von denen heute nicht mehr alle in Broos leben. Viele verschiedene Personen aus unserer Gemeinde waren schon in Broos und wir haben mit den Broosern, manchmal aber auch ohne Hilfe, handwerkliche Arbeiten erledigt, die heute noch Bestand haben (Anstrich des Hauses in Batiz, Anstrich der Gemeinderäume in Broos, Fliesen und Laminat verlegen, ca. 80 m Zaun ziehen, einen sehr großen Keller ausräumen und ausschachten und, und …). Es wurde deutlich, dass Carmen Bianu als Brooser Presbyterin für uns über die 20 Jahre eine zuverlässige Ansprechpartnerin war, im gleichen Zeitraum wechselten sich 5 Pfarrer auf der Pfarrstelle ab. Es wurde auch deutlich, wie sich die Stadt Broos und das Lebensumfeld verändert hat (anfangs kaum Autos und jede Menge Pferdewagen – heute kaum Pferdewagen, aber jede Menge Autos; früher eine graue Straße mitten in Broos mit einigen Geschäften – heute eine schicke, farbige Fußgängerzone mit Cafés) Die Bilder waren Gesprächsanlass und Erinnerungen wurden ausgetauscht. Wahrscheinlich hätten wir noch länger gesessen und erzählt, wenn Carmen Bianu nicht an das Essen erinnert hätte, das für alle Gäste in einem Restaurant in Broos bestellt war. Nach dem gemeinsamen Essen und einer kleinen Programmpause trafen sich dann alle wieder im Kirchhof unter den großen Linden und es begann der musikalische Teil des Festes. Das Programm war abwechslungsreich und reichte von Beiträgen, die ein bisschen an die Superstarsuche erinnerten bis zu rumänischer Folklore und dem gemeinsamen Singen von Volksliedern. Wir waren beteiligt mit Bläsermusik aus verschiedenen Jahrhunderten und mit Chorgesang; wobei unser Lieblingslied, eine Variation in Text und Melodie zu Mozarts kleiner Nachtmusik, besonderen Beifall bekam.
Nach dem festlich-feierlichen Beginn am Morgen und den Gesprächen, die immer zwischendurch stattfanden, klang der Nachmittag mit einer fröhlichen und entspannten Stimmung aus.
Am nächsten Abend, dem Abend vor unserer Abreise, kamen die Mitglieder des Brooser Presbyteriums nach Batiz, um mit uns gemeinsam zu essen und sich von uns zu verabschieden. In den Gesprächen war natürlich die Jubiläumsfeier ein Thema, aber es gab auch sorgenvolle Töne, wie es mit der Brooser Gemeinde weitergeht, wenn sie demnächst wieder keinen Pfarrer mehr hat. Ich hoffe darauf, dass die Brooser ein bisschen von der entspannten Stimmung der Jubiläumsfeier retten können und sich nicht von den schlechten Bedingungen unterkriegen lassen und wünsche ihnen einen tatkräftigen neuen Pfarrer mit einem großen Durchhaltevermögen, der zu ihnen passt. Wenn wir in unserem Besuchsrhythmus bleiben, werden wir in 2 Jahren sehen, was passiert ist.
Olaf Reiß

Unsere Reisegruppe, Familie Deichend und Carmen Bianu