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Leseandacht

 

Lesegottesdienst zum 3. Advent, 13.12.2020

Wochenspruch:
Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe, der Herr kommt gewaltig. Jesaja 40, 3.10

Das Thema des 3. Advents ist Johannes der Täufer. Er gilt als der Vorläufer und Wegbereiter Jesu.

Matthäus 11, 7-10 – Jesu Zeugnis über den Täufer
7 Als sie fortgingen, fing Jesus an, zu dem Volk über Johannes zu reden: Was zu sehen seid ihr hinausgegangen in die Wüste? Ein Schilfrohr, das vom Wind bewegt wird? 8 Oder was zu sehen seid ihr hinausgegangen? Einen Menschen in weichen Kleidern? Siehe, die weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. 9 Oder was zu sehen seid ihr hinausgegangen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Er ist mehr als ein Prophet. 10 Dieser ist's, von dem geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.«



Mit Ernst, o Menschenkinder
https://www.youtube.com/watch?v=sVry_wLNQtY

 

1.Mit Ernst, o Menschenkinder, das Herz in euch bestellt,
bald wird das Heil der Sünder, der wunderstarke Held,
den Gott aus Gnad allein, der Welt zum Licht und Leben
versprochen hat zu geben, bei allen kehren ein.

2. Bereitet doch fein tüchtig den Weg dem großen Gast;
macht seine Steige richtig, lasst alles, was er hasst,
macht alle Bahnen recht, die Tal lasst sein erhöhet,
macht niedrig, was hoch stehet, was krumm ist, gleich und schlicht.

4. Ach mache du mich Armen zu dieser heil’gen Zeit
aus Güte und Erbarmen, Herr Jesu, selbst bereit.
Zieh in mein Herz hinein vom Stall und von der Krippen,
so werden Herz und Lippen dir allzeit dankbar sein.


Liebe Brüder und Schwestern!
Es gibt Ereignisse im Leben, die machen uns sprachlos, es verschlägt uns die Sprache. Von einem solchen Ereignis berichtet uns Lukas im 1. Kapitel seines Evangeliums (Lukas 1, 5-25). Es handelt von Zacharias und Elisabeth, einem schon betagten Ehepaar. Zacharias ist Priester am Tempel in Jerusalem, er und seine Frau Elisabeth sind kinderlos, eine Situation, die in der damaligen Zeit höchst unerfreulich und beschämend ist. Dabei leben die beiden treu nach den Weisungen Gottes und führen ein untadeliges Leben. Doch die Zeiten, in denen eine Elternschaft vielleicht noch möglich gewesen wäre, sind eigentlich vorbei.
Doch dann hat Zacharias eines Tages, als er im Tempel Dienst tut, eine denkwürdige Begegnung. Gottes Bote erscheint ihm und kündigt ihm an, dass seine Frau trotz ihres Alters nun doch noch schwanger werden wird. Zacharias ist wie vom Donner gerührt, da hilft es auch nicht, dass der Bote ihm sagt: „Fürchte dich nicht, dein Gebet wurde erhört.“
Wie oft mag Zacharias dafür gebetet haben, doch noch einen Nachkommen zu haben – vergeblich. Und nun spricht der Bote, der sich als Gottes Engel Gabriel vorstellt, auch noch davon, dass dieses Kind ganz und gar ungewöhnlich sein wird. Schon von Mutterleib an soll Gottes Geist bei diesem Kind sein und es soll einmal viele  Israeliten zu Gott führen und ein Prophet im Rang eines Elia werden. Zacharias kann es nicht glauben. Ist es da ein Wunder, dass es ihm die Sprache verschlägt?
Er verstummt und seine Zunge löst sich erst wieder, als Elisabeth neun Monate später einen Sohn zur Welt bringt. Johannes nennen sie ihn, so wie es der Engel befohlen hat.
Und was macht Zacharias, nachdem er endlich wieder Worte findet? Er erzählt nicht etwa davon, was ihm da einige Monate vorher im Tempel widerfahren ist, er stimmt vielmehr von jetzt auf gleich ein großes Loblied an (Lukas 1, 67-79):

Und Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils* im Hause seines Dieners David - wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten -, dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.
Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

(* Horn des Heils: Das Horn eines Tieres ist Sinnbild von Kraft und Macht. Mit „Horn des Heils“ wird bildhaft das machtvolle Eingreifen des Messias aus dem Hause Davids beschrieben).

Neben dem „Magnificat“, dem Lobgesang der Maria (Lukas 1, 46-44), ist das „Benedictus“ der zweite große Gesang, den wir bei Lukas sozusagen als Auftakt zu den kommenden Ereignissen rund um die Geburt Jesu lesen können.
Die Schockstarre ist von Zacharias gewichten, nun brechen Freude und Dankbarkeit aus ihm heraus: Gelobt sei Gott! Das sind seine ersten Worte, die er ausspricht.
Und dann zählt er in dem ersten Teil seines Lobgesangs die Erinnerungen an die mächtigen Taten Gottes auf. So viel Gutes hat Gott seinem Volk schon getan, und diese Wohltaten werden auch den Weg des neugeborenen Johannes als den Wegbereiter eines noch viel Größeren begleiten und prägen. Gott macht wahr, was er zusagt, so war das schon bei den alten Propheten.
Im zweiten Teil des Gesangs weissagt Zacharias über die Zukunft seines Sohnes. Dieser wird ein Prophet Gottes sein und dem Herrn vorausgehen.

Liebe Geschwister, manchmal verschlägt es auch uns die Sprache angesichts dessen, was uns im Leben widerfährt. Leid und Schmerzen lassen uns verstummen und wir haben keine Idee, wie wir je wieder Hoffnung schöpfen können.
Aber die Hoffnung, die Gott uns schenken will, trifft uns mitten in unseren Lebensvollzügen. Sie trifft uns da, wo wir vielleicht schon aufgegeben haben, etwas Neues und Besseres zu erhoffen – auch Zacharias und Elisabeth hatten ja jede Hoffnung auf Elternschaft längst verloren.
Doch die Hoffnung bahnt sich ihren Weg mitten im Dunkel. Im Lobgesang des Zacharias wird es an einer Stelle ein wenig verhalten, nämlich da, wo vom aufgehenden Licht aus der Höhe die Rede ist, jene Zeit, in der die Finsternis und die Schatten des Todes schwinden und das Licht des neuen Tages aufscheint. Die Mitte der Nacht ist der Anfang eines neuen Tages. Noch ist das nicht zu spüren, noch bleibt alles finster.  
Licht und Finsternis – das ist das immer wiederkehrende Thema im Advent.
Es ist die unvergleichliche Spannung zwischen Finsternis und Licht, die den Anbruch des Tages in einem merkwürdigen Zwischenzustand hält. Es wird ja nicht schlagartig hell, vielleicht ist es ja nur der helle Morgenstern, der eine erste Kunde vom anbrechenden Licht gibt. Jochen Klepper hat diese Spannung von Licht und Finsternis in seinem Adventslied „Die Nacht ist vorgedrungen“ wunderbar zum Ausdruck gebracht:
„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!
Auch wer zu Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ (EG 16,1)
Hier wird keine strahlende Weihnachtssonne besungen, denn es ist noch längst nicht alles gut, Aber wir dürfen jetzt schon den Blick heben hin zum weihnachtlichen Lichterglanz, mit Freude auf das, was noch kommt. Schon sehen wir den hellen Morgenstern, dessen Schein die tiefste Finsternis durchdringt. Und von dort geht unser Blick weiter, hin zum Stall von Bethlehem, in dem das Kind zur Welt kommt, das allem Leid, aller Schuld, aller Sprachlosigkeit ein Ende machen wird.
Gelobt sei Gott! Noch mag uns manches Mal angesichts der Zustände unserer Welt das Gotteslob nicht so recht über die Lippen kommen, aber das Licht, es kommt und es ist nicht aufzuhalten. Denn das Kind in der Krippe ist ist Jesus, der Gottessohn, der von sich selbst gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt.“
„Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und –schuld.
Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.“ (EG 16, 4)

Wie soll ich dich empfangen
https://www.youtube.com/watch?v=ZnyYRz1Kc_w

1. Wie soll ich dich empfangen und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen, o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze, mir kund und wissend sei.

2. Dein Zion streut dir Palmen und grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen, so gut es kann und weiß.

4. Ich lag in schweren Banden, du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden, du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehren und schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren, wie irdisch Reichtum tut. (EG 11)

Gebet
Gott, gib uns den Mut und die Kraft,
uns aus dem Dunkel dieser Welt zum Stall aufzumachen.
Denn die Nacht ist schon im Schwinden.
Komm uns entgegen, zeig uns den Weg,
die feste Straße, die wir sicher gehen können.
Wir bitten dich für alle, deren Kräfte zu Ende sind,
die keinen Ausweg finden aus den Tälern ihrer Not
und die sich aufgegeben haben.
Sei ihnen nahe und lass sie deinen Glanz sehen,
für den kein Tal zu tief, kein Dunkel zu finster ist.
Gott, wir bitten dich in deinem Advent
um Trost und Hoffnung für die ganze Welt.
Stärke die Sehnsucht nach Frieden

In den Herzen der Menschen,
und alle, die Macht und Einfluss haben, mach bereit,
dem Frieden auf Erden zu dienen. Amen.

Unser Vater im Himmel…

Gott segne und behüte uns.
Gottes Wort leuchte uns auf den Weg.
Gottes Geist sei uns Schutz und Schirm vor allem Bösen,
Stärke und Hilfe zu allem Guten.
So wahr Jesus lebt. Amen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten 3. Advent, bleiben Sie behütet!

Pfarrerin Dagmar Kunellis
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Nachrichten aus der Gemeinde

Für unsere Weihnachtsgottesdienste können Sie sich an folgenden Terminen kostenlose Platzkarten im Lutherhaus abholen:
Sonntag, 3. Advent, 13. Dezember, 11.00 – 12.00 Uhr
Mittwoch, 16. Dezember, 18.00 – 19.30 Uhr
Freitag, 18. Dezember, 18.00 – 19.30 Uhr
Bitte haben Sie Geduld und Verständnis, dass in diesem Jahr nicht alle, die einen Weihnachtsgottesdienst besuchen möchten, Platz finden können.

Wir bieten an den Sonntagen vor und nach dem Gottesdienst zum Verkauf an:
Neukirchener Abreißkalender (normal und in Großdruck): 10,- Euro
Losungen Normalausgabe: 5,- Euro, Großdruck: 6,- Euro.
Sie können sich auch direkt an Pfarrerin Kunellis wenden, Telefon 64 62 05 05

Der Ökumenische Weltladen Borbeck bietet an den Markttagen dienstags und freitags seine Waren in der Bahnhofshalle Borbeck an.
Waren aus dem Weltladen können Sie auch bei Presbyterin Ulrike Gnida bestellen, Telefon: 0157 35519294

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