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Leseandacht

 

Zu Epiphanias



Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint schon (1. Johannes 2,8b).


Psalm 72
(in Auswahl)
https://www.youtube.com/watch?v=RfiSp3DMKrI



Tagesgebet

Barmherziger Gott,
du hast in Christus dein Licht aufgehen lassen
über aller Dunkelheit der Welt.
Lass unser Leben hell und klar werden
im Licht seiner Erscheinung und gib,
dass auch andere das Licht erkennen,
das mit ihm in die Welt gekommen ist,
deinem Sohn Jesus Christus,
in dem du uns deine Nähe schenkst heute und in Ewigkeit.


Wisst ihr noch, wie es geschehe
n
https://www.youtube.com/watch?v=qkEoN-o8B2I


Matthäus 2,1-12

Da Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden?
Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, ihn anzubeten.
Als das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem, und er ließ zusammenkommen alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes und erforschte von ihnen, wo der Christus geboren werden sollte.

Und sie sagten ihm: In Bethlehem in Judäa; denn so steht geschrieben durch den Propheten : »Und du, Bethlehem im Lande Juda, bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird kommen der Fürst, der mein Volk Israel weiden soll.« (Micha 5,1)

Da rief Herodes die Weisen heimlich zu sich und erkundete genau von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und schickte sie nach Bethlehem und sprach: Zieht hin und forscht fleißig nach dem Kindlein; und wenn ihr's findet, so sagt mir's wieder, dass auch ich komme und es anbete.
Als sie nun den König gehört hatten, zogen sie hin.
Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.
Da sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut und gingen in das Haus und sahen das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Und da ihnen im Traum befohlen wurde, nicht wieder zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land.


Da sind sie ja endlich.
Ich warte eigentlich immer schon an Weihnachten auf die Drei.
Nicht unbedingt an Heiligabend, da ist das Weihnachtsevangelium nach Lukas eine unumstößliche Größe, aber ab dem ersten Weihnachtstag warte ich auf sie.
Schließlich stehen sie mit in der Krippe.
Und da möchte ich doch auch hören, wie sie dorthin gekommen sind.

Aber dann ist es doch schon wieder ein neues Jahr, bevor ich von ihnen höre.
Eigentlich am 6. Januar: Epiphanias, „Erscheinung des Herrn“ für die Protestanten, Geburt Jesu für die Orthodoxen, Heilige Drei Könige für die Katholiken.

Von Königen lese ich bei Matthäus allerdings nichts.
Im griechischen Text des NT finde ich das Wort „Magier“.
Damit ist jetzt aber nicht unbedingt ein großer Hokuspokus angezeigt.
Man hatte damals schlicht kein anderes Wort für diese Männer, die einer persischen Priesterkaste entstammen und sich mit Sternenkunde, einer Mischung aus Astronomie und Astrologie beschäftigen.

Moment mal: Astrologie?
Muss ich mich korrigieren, hat es doch was mit Hokuspokus zu tun?
Bei Astrologie denke ich an Sternzeichen, Aszendenten, Mondzeichen, günstige und ungünstige Konstellationen der Planeten usw.
Hab ich nie kapiert, hat mich aber ehrlich gesagt auch nie interessiert; hat für mich immer den Hauch des Unseriösen gehabt, kommt gerade noch vor der Glaskugel.

So frage ich mich, als moderner Mensch, was denn an den Dreien so weise ist?
Wie kommt man darauf, loszulaufen, nachdem man etwas – ja was eigentlich genau; richtig geklärt ist das durch unsere Wissenschaftler ja immer noch nicht – am Himmel gesehen hat.

Auf der anderen Seite komme ich mir gerade auch etwas überheblich vor.
Moderner Mensch – bin ich das?
Ich glaube an Gott, ich habe mich gerade an die Geburt des Heilands erinnert, und ich habe auf diese Drei schon fast sehnsüchtig gewartet.

Ob es das auch bei den drei Weisen ist, was sie loslaufen lässt?
Sehnsucht?
Sehnsucht, wenn man in die Sterne blickt, diese Milliarden von Lichtern, die so unvorstellbar weit entfernt sind in diesem unvorstellbar großen Universum?
Sehnsucht, eine Bedeutung für sich zu finden, für diese anscheinend so winzige Existenz im Ganzen?

Plötzlich sind die drei Weisen mir ganz nahe.
Ich sehe keinen Unterschied mehr zwischen ihrem und meinem Empfinden, zwischen ihren und meinen Fragen an das Leben.

Aber nun kommt bei diesen Dreien eben noch etwas hinzu und deswegen würde ich das Attribut „Weise“ erst mal weiterhin ausschließlich ihnen zugestehen.
Sie setzen sich in Bewegung, bzw. lassen sich von jenem neuen Signal da am Himmel in Bewegung versetzen.

Hätte doch so nicht kommen müssen.
Sie hätten doch auch einfach stolz sein können, etwas entdeckt zu haben.
Sie hätten sich an dem Anblick erfreuen können.
Aber nein, sie laufen los.
Wie schon die Hirten auf dem Felde – die hatten immerhin eine klare Botschaft gehört -, gehen die drei Weisen gucken, was das bedeutet.

Warum geschieht das?
Ich kann es nicht genau benennen.
Es hat doch etwas Geheimnisvolles an sich, etwas … Magisches.
Der griechische Begriff scheint passender zu sein, als am Anfang vielleicht gedacht.
Irgendwie scheinen diese Drei darum zu wissen, dass die Wahrheit dieser Welt eben nicht im Messbaren und Beweisbaren aufgeht.

Und vor Ort dann bekommen sie eine Bestätigung für ihre Entscheidung:
Ja, der Prophet Micha hat etwas Besonderes angekündigt.
Der Heiland der Welt wird hier in Bethlehem geboren werden.

Sie haben es also richtig gemacht und das macht mich ein bisschen neidisch.
Ich habe solch ein Zeichen in meinem Leben nicht vor Augen.
Oder hab ich es verpasst?
Oder fehlte mir dieser „magische“ Moment?

Vielleicht warte ich deswegen jedes Jahr mit so viel Sehnsucht auf diese Drei.
Ich warte, damit sie meine Sehnsucht mitnehmen zu dem Stall nach Bethlehem.
Diese Drei vertreten mich da vor Ort, und tragen mit Ihren Geschenken auch all meine Hoffnung vor den Heiland der Welt.
Bin ich froh, dass sie in den Himmel geguckt haben.


Der Morgenstern ist aufgedrungen
https://www.youtube.com/watch?v=cK5-ufQubkg


Gebet

Heiliger Gott, so gern wir möchten geborgen bleiben im Trost der Botschaft von Jesu Geburt.
Wir möchten gern glauben, dass du mit ihm längst den gesandt hast, der den Elenden Recht spricht, der den Armen hilft gegen ihre Bedränger, und der der Welt großen Frieden bringt.
Aber immer wieder schreit uns die Erde ihr Leid entgegen, auf viele Fragen wissen wir keine Antwort.
Gott, sieh unsere Sehnsucht, nach festerem Glauben, heile die Wunden deiner Schöpfung und lass Gerechtigkeit und Frieden aufblühen und wachsen in unserer Welt. Amen.

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.


Wie schön leuchtet der Morgenstern
https://www.youtube.com/watch?v=3IGXK4vI8CI



Nachrichten aus der Gemeinde



Zur aktuellen Corona-Situation

Der strenge Corona-Lockdown für ganz Deutschland ist bis zum 31. Januar verlängert worden.
Auch unsere Kirchengemeinde schließt sich weiter dem Lockdown an.
Bis vorerst Ende Januar sind deshalb alle Präsenz-Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen abgesagt. Auch der geplante Bibelkursus von Pfarrer Lachner konnte leider nicht starten.
Beerdigungen werden weiterhin unter Hygieneauflagen stattfinden.
Termine für Taufen können wir erst wieder festlegen, wenn wir wissen, ab wann wir das Lutherhaus wieder für Gottesdienste öffnen.
Wahrscheinlich werden wir dann wieder für jede Tauffamilie einen individuellen Termin an einem Samstag anbieten, so wie wir es auch vor dem Lockdown gemacht haben.

Unsere Lesegottesdienste, die per Mail oder über die Briefkästen verteilt werden, laufen weiter, solange der Lockdown anhält.
Mehrere Presbyterinnen halten telefonisch Kontakt zu einigen älteren Gemeindegliedern.
Wir versuchen, die Aushänge am Lutherhaus immer auf einem aktuellen Stand zu halten.
Auch auf unserer Internet-Seite
www.ebs-lutherhaus.de finden Sie aktuelle Meldungen zur Corona-Situation.

Und natürlich können Sie immer bei den Pfarrern nachfragen.
Wir stehen gerne für Gespräche und für Seelsorge zur Verfügung:

Pfarrer Michael Brzylski: Telefon 0151 74467011,
michael.brzylski@ekir.de
Pfarrerin Dagmar Kunellis: Telefon: 64620505,
dagmar-kunellis@t-online.de



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