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Leseandacht

 

Altjahrsabend (31.12.2020)


Psalm 121, 1-8

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der Herr behütet dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der Herr behütet dich vor allem Übel, er behütet deine Seele.
Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 121 (hebräisch)
https://www.youtube.com/watch?v=jRSOhT45C5M


Prediger Salomo 3, 1-15

Alles, was auf der Erde geschieht, hat seine von Gott bestimmte Zeit:
geboren werden und sterben,
einpflanzen und ausreißen,
töten und Leben retten,
niederreißen und aufbauen,
weinen und lachen, wehklagen und tanzen,
Steine werfen und Steine aufsammeln,
sich umarmen und sich aus der Umarmung lösen,
finden und verlieren,
aufbewahren und wegwerfen,
zerreißen und zunähen,
schweigen und reden.
Das Lieben hat seine Zeit und auch das Hassen,
der Krieg und der Frieden.

Was hat ein Mensch von seiner Mühe und Arbeit?
Ich habe die fruchtlose Beschäftigung gesehen, die Gott den Menschen auferlegt hat.
Gott hat für alles eine Zeit vorherbestimmt, zu der er es tut; und alles, was er tut, ist vollkommen.
Dem Menschen hat er eine Ahnung von dem riesigen Ausmaß der Zeiträume gegeben, aber von dem, was Gott in dieser unvorstellbar langen Zeit tut, kann der einzelne Mensch nur einen winzigen Ausschnitt wahrnehmen,
Ich bin zu der Erkenntnis gekommen: Das Beste, was der Mensch tun kann, ist, sich zu freuen nund sein Leben zu genießen, solange er es hat.
Wenn er aber zu Essen und zu trinken hat und genießen kann, was er sich erarbeitet hat, dann verdankte er das der Güte Gottes.
Ich habe erkannt: Alles, was Gott tut, ist unabänderlich für alle Zeiten.
Der Mensch kann nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen.
So hat es Gott eingerichtet, damit wir in Ehrfurcht zu ihm aufschauen.
Was in der Vergangenheit geschah und was in der Zukunft geschehen wird, hat Gott lange zuvor festgelegt.
Und die Zeit, die uns entschwunden ist, ist bei ihm nicht vergangen.

Alles hat seine Zeit
https://www.youtube.com/watch?v=05Or2mH4p1Y

2. Mose 13, 20-22

So zogen sie aus von Sukkot und lagerten in Etam am Rande der Wüste.
Und der Herr zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten.
Niemals wich die Wolkensäule von dem Volk bei Tage noch die Feuersäule bei Nacht.

Zieht der Herr eigentlich auch vor mir daher, meinem Leben voraus?
Eine Wolkensäule habe ich jedenfalls noch nie meinem Weg voraus gesehen.
Ich wüsste auch gar nicht genau, wie ich sie mir vorstellen sollte.
Vielleicht wie diese mächtigen sogenannten Ambosse, die sich vor einem Gewitter bilden?

Und so eine Feuersäule des Nachts wäre wohl kaum zu übersehen.
Aber da ist nichts.
Vielleicht auch gut so.
Eine Feuersäule hat in meiner Vorstellung nämlich eigentlich nichts Beruhigendes an sich.
Da steckt mir zu viel unkontrollierbare Energie drin, die auch zerstörerisch sein kann.

Wenn ich das nicht sehen kann in meinem Leben, bin ich dann allein unterwegs?
Ist Gott am Ende gar nicht mein Begleiter?
Wobei „Begleiter“ anscheinend nicht das richtige Wort ist.
Ein Begleiter läuft ja mit mir, ist an meiner Seite.

Hier geht Gott voraus.
Er weist den Weg; er ist ein Wegweiser.
Wie praktisch.
Dann muss ich ihm nur noch hinterher gehen und alles ist gut?
Das könnte eine bequeme Sache werden, dieses Nachlaufen.
So eine Art Hängematten-Feeling käme da wohl auf.
Könnte aber auch verdammt öde werden.

Vielleicht ist deshalb auch das Volk Israel Gott nicht einfach ständig hinterher gegangen.
Immer wieder mal hat es auf diese Führung Gottes verzichtet und sich seinen eigenen Weg gesucht.
Ging aber eigentlich immer nur daneben.
Also doch besser Gott voraus und hinterher.

Wenn ich in meine Überlegungen dann den Prediger Salomo noch hinzuziehe, scheint die Gefahr jener Hängematte sowieso ein Irrtum zu sein.

Denn alles hat seine Zeit, auch das Schwierige, das Schlimme, das Traurige, das Böse.
Gott hat also auch Herausforderungen und schwere Zeiten für mich im Leben bereit.
Ich muss gar nicht wie dieses Volk „murren“, wie es im 2. Buche Mose heißt, oder sonst wie abtrünnig werden.

Und wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, fallen mir die schwierigen Momente eigentlich auch schneller und zahlreicher ein als die positiven.
Vor allem denke ich an die Menschen, die ich in meinem Leben verloren habe, an Dinge, die so nie wiederkommen.

Vielleicht bin nur ich so gestrickt.
Oder ist das typisch Mensch?
Wie machst du es, wie sieht deine Bilanz aus?

Was bleibt ist die Frage nach Gott als meinem Wegweiser.
Meine Frage vom Anfang ist noch nicht beantwortet: Ist da nichts?
Schließlich sehe ich weder eine Wolken- noch eine Feuersäule vor mir.

Ob du es glaubst oder nicht: Eine Antwort kommt mir erst in den Sinn, während ich diese kleine Andacht hier schreibe.
Ich hätte sonst schwer um eine solche ringen müssen.

Die Wolken- und die Feuersäule sind nicht das Entscheidende.
Wichtig ist, dass beide eine Macht beinhalten.
Aber diese Macht kann auch ganz anders daher kommen.

Zum Glück gibt es da den Propheten Elia; seine Erlebnisse zeigen, was ich meine.
Da heißt es:
Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem Herrn her; der Herr aber war nicht im Winde.
Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der Herr war nicht im Erdbeben.
Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der Herr war nicht im Feuer.
Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen (1. Könige 18).

Das ist es!

Gott entscheidet, wie er sich zeigt.
Das kann als Wolken- oder Feuersäule sein, das kann aber auch als kleines Lüftchen sein.
Das kann als Engel sein, das kann als der Mensch neben dir sein, der dich umgibt, mit dem du zusammenlebst, und wenigstens der wäre dir klar vor Augen.
Überlasse es also Gott, wie er sich zeigen, wie er sich offenbaren möchte.

Aber halte die Augen auf.
Gott ist da.
Er ist neben dir als dein Begleiter.
Er ist vor dir als dein Wegweiser.
Du kannst getrost ins neue Jahr gehen.

Von guten Mächten
https://www.youtube.com/watch?v=1zLw1ETw-g4


Gebet

Herr aller Zeiten, barmherziger Gott:
In unserem Leben gab es Momente von solcher Schönheit, von großer Intensität,
dass wir sie am liebsten auf ewig festgehalten hätten.
Aber die Zeit ist nicht stehen geblieben.

Manchmal waren wir tief gekränkt, haben gelitten unter Abschieden,
mussten Niederlagen hinnehmen und der Schmerz schien ewig.
Aber die Zeit ging darüber hinweg.

Wir haben gelernt:
Alles hat seine Zeit, alles vergeht.
Aber wir vertrauen, dass unser Leben zu allen Zeiten
bei dir, Gott, geborgen bleibt.
Du hältst uns in Glück und Unglück fest und lässt uns nicht fallen.

Lass uns mit dieser Gewissheit beherzt Vergangenes hinter uns lassen,
getrost und voller Zuversicht in das Neue Jahr gehen.

Psalm 150

Halleluja!
Lobt Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in der Feste seiner Macht!
Lobt ihn mit Posaunen, lobt ihn mit Psalter und Harfen!
Lobt ihn mit Pauken und Reigen, lobt ihn mit Saiten und Pfeifen!
Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln!
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!
Halleluja!

Psalm 150 (hebräisch)
https://www.youtube.com/watch?v=qqmKsAtFyNc


Segen

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.


Nachrichten aus der Gemeinde


Alle Veranstaltungen und Gottesdienste sind vorerst bis zum 10.01.2021 abgesagt.
Für Gespräche und Seelsorge sprechen Sie uns bitte an:
Pfarrer Michael Brzylski: Telefon 0151 74467011, michael.brzylski@ekir.de
Pfarrerin Dagmar Kunellis: Telefon: 64620505, dagmar-kunellis@t-online.de

Kalender und Losungen für 2021
Es gibt noch einige Neukirchener Abreißkalender (normal und in Großdruck)
zum Preis von 10,- Euro,
Losungen Normalausgabe: 5,- Euro, Großdruck: 6,- Euro.
Bitte wenden Sie sich an Pfarrerin Kunellis, Telefon 64 62 05 05
Sie bringt Ihnen Kalender oder Losungen auch gerne nach Hause.

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