Aktuelles

Lesegottesdienst

 

Lesegottesdienst 3. Januar 2021 – 2. Sonntag nach Weihnachten

Jahreslosung:
Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!
Lukas 6,36

Lied: Nun lasst uns gehn und treten, EG 58
https://www.youtube.com/watch?v=HCrbDzW-5VY


Psalm 100

1 Ein Psalm zum Dankopfer. Jauchzet dem HERRN, alle Welt!
2 Dienet dem HERRN mit Freuden, kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
3 Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
4 Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen!
5 Denn der HERR ist freundlich, und seine Gnade währet ewig und seine Wahrheit für und für.


1. Die Weisen sind gegangen. Der Schall verklang, der Schein verging,
der Alltag hat in jedem Ding nun wieder angefangen, nun wieder angefangen.

2. Der Wanderstern verglühte, kein Engel spricht, kein Schäfer rennt,
und niemand beugt sich und erkennt die Größe und die Güte,
die Größe und die Güte.

3. Wie lässt sich das vereinen: der Stern war da, der Engel rief,
der Schäfer mit den Weisen lief und kniete vor dem Kleinen,
und kniete vor dem Kleinen.

4. Auch sie sind nicht geblieben, die beiden mit dem kleinen Kind.
Ob sie schon an der Grenze sind, geflüchtet und vertrieben,
geflüchtet und vertrieben?

5. Was soll ich weiter fragen. Ich habe manches mitgemacht -
wem trau ich mehr: der einen Nacht oder den vielen Tagen, oder den vielen Tagen?

(EG 548)

Liebe Brüder und Schwestern!
Ich hoffe, Sie sind alle gut im neuen Jahr angekommen! Vielleicht war der Jahreswechsel etwas stiller als sonst, oder der Freundeskreis, mit dem das neue Jahr begrüßt wurde, war nicht ganz so groß wie in den Vorjahren. Unsere Erwartungen an das neue Jahr 2021 sind dieses Mal wahrscheinlich besonders groß. Viele von uns sind froh, dass das Jahr 2020 vorbei ist. Es kann jetzt ja eigentlich nur besser werden. Ein Impfstoff ist da und wird seit einer Woche verabreicht, und damit verbunden ist die Hoffnung, dass wir in den nächsten Monaten die Pandemie allmählich in den Griff bekommen und in unser aller Leben wieder Normalität einkehrt. Es wird besser werden, darauf hoffen wir.
Aber auch, wenn wir nun endlich den Silberstreifen am Horizont sehen, wissen wir, dass wir noch eine ganze Menge Geduld werden aufbringen müssen. Noch stecken wir mitten drin im strengen Lockdown, und noch ist gar nicht absehbar, ob es ab dem 11. Januar tatsächlich wieder Lockerungen gibt oder ob wir nicht doch noch eine ganze Weile durchhalten müssen. Nein, unsere FFP2-Masken werden wir so schnell nicht los, wir werden noch einige Monate Abstand halten müssen und weiterhin auf manche Umarmung und aufs Händeschütteln verzichten.
So stehen wir da am Anfang des neuen Jahres, mit Hoffnung auf der einen Seite, aber auch mit Spannung und Ungeduld, wie lange wir die augenblickliche Situation noch aushalten müssen. Was schenkt uns Kraft und Zuversicht auf unserem Weg?

Auch in diesem neuen Jahr gibt es wieder einen Bibelvers, der uns als Jahreslosung durch die nächsten 12 Monate begleiten wird:
Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“
Dieses Jesuswort ist der sogenannten Feldrede aus dem Lukas-Evangelium entnommen. Die Feldrede ist das lukanische Gegenstück zur Bergpredigt, die wir bei Matthäus lesen können. Wir finden hier wie dort eine Sammlung von Jesusworten, die uns auf eindringliche und beeindruckende Weise anleiten sollen, wie wir unser Leben gegenüber Gott und unseren Mitmenschen ausrichten.
In der Jahreslosung geht es um unser Verhalten gegenüber den Mitmenschen. Jesus führt es noch weiter aus, worin sich die Barmherzigkeit zeigt:
„Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben…“

Mit seinen Weisungen legt Jesus strenge Maßstäbe an: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Gott ist das Vorbild, darunter macht Jesus es nicht.
Aber es geht natürlich auch um etwas ganz Großes, nämlich um Gottes Reich des Friedens und der Gerechtigkeit. Damit das Wirklichkeit werden kann, bedarf es eben besonderer Anstrengung.

Nun könnten wir natürlich sagen: Barmherzig sein wie Gott, das können wir Menschen doch gar nicht schaffen. Das ist wohl richtig, aber es ist kein Grund, es nicht trotzdem mit der Barmherzigkeit zu versuchen und sich wenigstens ein bisschen anzustrengen. Jesus selbst gibt uns in den Evangelien dazu ein paar gute Leitlinien.
Er zeigt uns auf, wie barmherzig Gott ist, und das stellt er uns eindrücklich vor Augen im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 11-32). Der darf trotz seines Lotterlebens und trotz des sinnlos verprassten Erbes am Ende in die Arme des Vaters zurückkehren.
Oder nehmen wir das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10, 25-37). Hier zeigt Jesus ganz handfest auf, was es heißt, den Nächsten zu lieben wie sich selbst. Und er zeigt dabei auch, dass Barmherzigkeit nicht bedeutet, sich selbst ganz und gar aufzugeben. Der Samariter packt zu und tut alles das, was ihm selbst möglich ist.  Für alles Weitere, was danach noch nötig ist, trifft er Vorsorge und geht dann seiner Wege.

Mir ist beim Thema Barmherzigkeit dieser Gedanke wichtig: Ganz am Anfang stehen Gottes Liebe und seine Barmherzigkeit für uns Menschen. Und wir müssen für diese Liebe und Barmherzigkeit nichts weiter tun, als dass wir Gott lieben.
„Liebe Gott und liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ In dem berühmten Doppelgebot der Liebe, so macht es Jesus deutlich, sind alle anderen Gebote enthalten Wer nach diesem Gebot lebt, hat damit auch alle anderen Gebote erfüllt.

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ So heißt es in der Jahreslosung. Vielleicht könnte man diesen Satz auch etwas anders formulieren: „Seid barmherzig, weil euer Vater zuerst barmherzig gewesen ist.“
Weil Gott am Anfang der Kette von Liebe und Barmherzigkeit steht, werden auch wir fähig, Liebe und Barmherzigkeit an andere weiterzugeben.

Bedenkenswert ist dabei aber auch, dass Gottes Barmherzigkeit nicht bedingungslos ist. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt uns, dass wir Gottes Liebe zu uns auch erkennen müssen und dadurch begreifen, dass es bei Gott immer wieder einen Neuanfang geben kann. Auch dann, wenn manches in unserem Leben schiefgelaufen ist oder ganz anders, als wir es eigentlich wollten. Erst diese Erkenntnis hilft uns, dass wir tatsächlich umkehren und uns auf einen neuen Weg begeben.

Gottes Liebe und Barmherzigkeit weitergeben an andere – das ist sicher ein gutes Programm für das neue Jahr, das uns und unseren Mitmenschen gut tut. Und wir können dieses Programm tatsächlich in Angriff nehmen, weil es Gott selbst ist, der uns zuerst liebt und uns seine Barmherzigkeit zeigt. Wir brauchen nichts weiter zu tun, als seine Liebe und Barmherzigkeit zu erwidern und weiterzugeben.
Amen.




Der römische Brunnen

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.

Conrad Ferdinand Meyer




Lied: Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all
https://www.youtube.com/watch?v=QKySzlR7URs


1. Lobt Gott, den Herrn, ihr Heiden all
, lobt Gott von Herzensgrunde,
preist ihn, ihr Völker, allzumal, dankt ihm zu aller Stunde,
dass er euch auch erwählet hat und mitgeteilet seine Gnad
in Christus, seinem Sohne.

2. Denn seine groß Barmherzigkeit tut über uns stets walten,
sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit erscheinet Jung und Alten
und währet bis in Ewigkeit, schenkt uns aus Gnad die Seligkeit,
drum singet Halleluja. (EG 293)


Gebet
Barmherziger Gott, danke, dass du Gnade vor Recht ergehen lässt.
Danke auch, dass du uns deinen Sohn, Jesus Christus, geschickt hast.
Er ist es, durch den wir vor dir gerecht geworden sind.
Er hat uns die Tür zu einem neuen Leben mit dir geöffnet.
Wir sind gewiss, dass du diese Tür nie wieder vor uns verschließen wirst.
In dieser Gewissheit gehen wir getrost und mit Zuversicht in das neue Jahr.
Weil wir wissen, dass wir von dir geliebt und angenommen sind,
können wir auch anderen mit Liebe begegnen
und sie so annehmen, wie sie sind.

Unser Vater im Himmel…

Segen zum Neuen Jahr
Ich wünsche dir ein gesegnetes Jahr,
Zeiten, in denen du erfüllende und bereichernde Erfahrungen machst,
Augenblicke des Glücks, die deine Seele aufjauchzen lassen vor Freude,
weil dir ein Stern vom Himmel fällt und die verborgenen Träume der Nacht
am Tage zum Leben erwachen.
So segne und behüte dich der allmächtige und gnädige Gott,
der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Allen ein gesegnetes und gutes neues Jahr 2021!
Ihre

Pfarrerin Dagmar Kunellis
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Nachrichten aus der Gemeinde

Den nächsten Lesegottesdienst gibt es für Sonntag, den 10. Januar.
Wir werden in der kommenden Woche erfahren, wie es mit den Corona-Maßnahmen weitergeht. Solange der Lockdown andauert, werden wir Ihnen auf jeden Fall weiterhin unsere Lesegottesdienste zukommen lassen.

Für das neue Jahr gibt es noch einige Neukirchener Kalender und Losungsbüchlein.
Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Pfarrerin Kunellis.

Aktuelle Informationen finden Sie auf unseren Aushängen und auch auf unserer Internet-Seite: www.ebs-lutherhaus.de


Gerne stehen wir für Seelsorge und Gespräche bereit:
Pfarrer Michael Brzylski: Telefon 0151 74467011, michael.brzylski@ekir.de

Pfarrerin Dagmar Kunellis: Telefon 0201 64620505, dagmar-kunellis@t-online.de

 

Andachtstext zum Download    klick....