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Luther leuchtet

Unser Lutherhaus ist selten so oft fotografiert worden wie jetzt. Denn der Lichtkünstler Martin Lenze aus Schönebeck hat das Lutherfenster von außen in wunderschönes Blau getaucht. Dabei hat er Farben des Lutherfensters aufgenommen. Von innen wird das Fenster auch bestrahlt, so dass man die Konturen und strahlenden Farben zusätzlich wahrnehmen kann.

Eine kleine Arbeitsgruppe des Presbyteriums hatte ein Brainstorming zum Lutherjahr veranstaltet. Und da kam sehr früh der Gedanke auf, ein Lutherleuchten zu versuchen. Einige Teilnehmerinnen kannten Martin Lenze von seinen Arbeiten im Freibad Hesse und auf dem Festplatz in Schönebeck. Sehr bescheiden wollte man zunächst samstags und sonntags diese Lichtinstallation zeigen. Aber dann fanden die Gemeindemitglieder sie so eindrucksvoll, dass man nun täglich diese Ausstrahlung der Glaskunst bewundern kann.

Die Glaskunst wurde im Lutherhaus 2011 installiert. Alle anderen Bilder zeigen Themen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Aber zu den Glaubenszeugen wollte die Gemeinde gerne Martin Luther hinzugefügt haben und wählte dazu ein etwas kleines Fenster über dem Seiteneingang aus. Tobias Kammerer entwarf die Fenster. Und er sagte damals in etwa: „Als Luther die entscheidenden Erkenntnisse über die Bibel hatte, da war er ja noch Mönch und lebte im Kloster!“ Und so hatte er Luther in seiner Mönchskleidung gestaltet.

Martin Luther war 1517, als er die Thesen verfasste, zwar Professor an der Universität in Wittenberg. Er lebte aber weiter als Mönch im Kloster und hatte Tag für Tag wahrscheinlich immer wieder dieselbe Mönchskutte an. Er bezog übrigens in dieser Zeit nicht einmal ein Gehalt, weil der Fürst ja das Kloster ohnehin unterstützte. Luthers Lebensstil änderte sich erst als er heiratete. Da soll er dann Kleidung und Strohsack ab und zu gewechselt haben.

Lothar Lachner hatte einige Informationen zusammengetragen und dem Öffentlichkeitsreferenten des Kirchenkreises Stefan Koppelmann eine Presseerklärung geschickt. Damit er sich eine Vorstellung machen konnte, hatte er zwei Fotos mit angehängt, die er ziemlich salopp aus der Hand gemacht hatte. Ein Hinweis, dass der Fotograf sicher wisse, wie der das Lutherleuchten besser hervorheben könne, war in der Mail mit enthalten. Zu seiner Verwunderung erschienen dann aber die beiden Fotos in der lokalen Presse (Stadtteilzeitung WAZ/NRZ, Borbecker Nachrichten, Borbecker Kurier).

Für diesen Gemeindebrief wurden dann aber noch mal neue Fotos gemacht, mit Stativ und mehr Planung. Hier ist der Druck ja auch anspruchsvoller als in der Tageszeitung.