Reisebericht 2016

Am 11.07.2016 war es wieder mal soweit – unsere alle zwei Jahre stattfindende Fahrt nach Rumänien in die Partnergemeinde nach Broos und Batiz stand bevor. Einiges war wie immer seit mehr als 20 Jahren. Aber Einiges war auch neu. So sind wir in diesem Jahr am Montag auf die große Reise gegangen. Und wir waren dieses Mal nur eine ganz kleine Gruppe. Zu viert machten wir uns gegen 17.00 Uhr auf die Reise, verabschiedet von einer großen Gruppe ehemaliger Teilnehmer, deren Gedanken mit uns auf Reisen gingen.

Nachdem wir das Auto mit allem beladen hatten, was mit sollte, setzten wir uns pünktlich in Bewegung und es ging gut voran. Auch der nächtliche Regen bremste uns nicht wirklich aus. Nur der rechte vordere Blinker wollte wohl doch nicht mit. Dienstag früh mussten wir seinen Verlust feststellen. Irgendwo im Süden Deutschlands wird er an einem Straßenrand sein weiteres Dasein fristen. Aber ansonsten sind wir am Dienstag gegen 14.00 Uhr heil und gesund in Batiz angekommen und die Zimmer waren schnell verteilt; schließlich gibt es ja 20 Betten in sechs Zimmern. Nach kurzer Zeit wartete ein leckeres Mittagessen auf uns; Maria kocht einfach klasse und reichlich und Wünsche dürfen auch immer wieder geäußert werden. Wir haben uns dann noch ein Programm für die Woche zusammengestellt und den Tag bei netten Gesprächen ausklingen lassen. Am nächsten Tag stand erst einmal ein Werkstattbesuch mit dem Bulli auf dem Plan und am Nachmittag waren wir, wie jedes Jahr, zu Gast im Handarbeitskreis mit anschließendem Gemeindeabend und gemeinsamem Essen.

Am Donnerstag stand ein Ausflug zur Transalpina, der alten Kaiserstraße über die Karpaten, auf unserem Plan und da der Bus ja noch freie Plätze hatte, begleiteten uns zwei Gemeindemitglieder der Partnergemeinde. Nach einem kurzen Besuch in einem Kloster, das dort oben in den Karpaten liegt, fuhren wir auf über 2000 Meter bis in die Nähe eines großen Skigebietes und genossen dort bei herrlichem Wetter eine wunderschöne Landschaft und eine tolle Aussicht. Dieses Gelände dort oben lockte uns zu Wanderungen, die bei jedem unterschiedlich lang oder eben kurz ausfielen. Das daran anschließende ausgiebige Picknick in der freien, weiten Natur war einfach klasse. Auf der Rückfahrt besuchten wir noch Petroschen und Lupen, Ortschaften, die wie Batiz und Broos auch zur Partnergemeinde gehören.

Am Freitagvormittag hatte der Bulli seinen Werkstatttermin – der Blinker war endlich da. Danach fuhren wir nach Rumes, ein Dorf ganz in der Nähe von Batiz, und besuchten dort die Kirche und das alte Pfarrhaus. Und den Herrn Bauer haben wir besucht und ihn und die anderen Gemeindemitglieder des Dorfes zum Gemeindefest am darauffolgenden Sonntag eingeladen. Rumes ist übrigens auch ein Teil unserer Partnergemeinde. Und dann war wieder Wandertag – es ging ganz in die Nähe von Batiz auf den Uroi. Das hatte uns schon immer mal interessiert, wie die Aussicht von diesem eigentümlich aussehenden Berg ist. Und so machten wir uns auf den Weg und unsere Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Oben angekommen genossen wir den weiten Blick über das Land und das strahlende Sommerwetter.

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das Gemeindefest; Einkäufe mussten getätigt werden, die Kirche geputzt und dekoriert werden, das Unterhaltungsprogramm musste vorbereitet werden usw. Und das Essen musste natürlich vorbereitet werden – schließlich erwarteten wir ja ca. fast 100 Besucher (z.B. Kartoffelsalat aus 30 Kilo Kartoffeln).

Der Sonntag begann mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche in Batiz, der von Pfarrer Banken gehalten wurde. Für die Übertragung ins Rumänische sorgte Carmen Bianu, Presbyterin der dortigen Gemeinde. Im Anschluss daran wurde mit Hilfe vieler Hände in kürzester Zeit im Hof in Batiz eine lange Tafel aufgebaut und dort wurde dann gemeinschaftlich gegessen – es gab Würstchen mit Kartoffelsalat und Krautsalat. Später gab es ein buntes Programm mit Bingo, Tanz, Musik und Gesang und natürlich vielen guten Gesprächen. Die Gäste kamen aus allen Teilen der Gemeinde und genossen dieses Fest sichtlich. Leider beendete ein Regenschauer den Nachmittag etwas früher als von uns geplant, aber schön war es doch. Viele alte Bekannte haben wir wieder gesehen und auch viele neue Menschen kennengelernt.

Der Montag stand dann wieder im Zeichen von Wanderungen und Besichtigungen. Dieses Mal waren es alte Steinkirchen in der näheren und ferneren Umgebung von Batiz, und eine alte Römerfestung stand auch mit auf unserem Besichtigungsplan. Diese alten Mauern haben doch immer wieder etwas. Ich jedenfalls finde es immer wieder spannend, so etwas zu besichtigen und zu versuchen, sich in die „alten“ Zeiten zu versetzen. Und auch dieser Tag ging wieder mit guten Gesprächen zu Ende.

Dann kam schon der Dienstag – unser letzter Tag in Rumänien. Es standen für diesen Tag Besuche in der Gemeinde an und wir wollten noch einmal wandern. Dieses Mal sollte es von Broos aus nach Batiz gehen (den entgegengesetzten Weg waren wir schon einmal vor Jahren gegangen). Aber natürlich nicht entlang der Straße, sondern quer durch das Gelände. Und da gibt es bekanntlich auch schon mal keine Wege und schon gar keine Wegweiser. Aber wir haben es geschafft; nach sieben Stunden Wanderung, die einfach super war und durch eine wunderschöne Landschaft bergauf und bergab führte, und einer anschließenden kurzen Autofahrt, (wir mussten pünktlich sein, da wir uns zum Abend Gäste eingeladen hatten), waren wir zurück in Batiz.

Der letzte Abend war, wie jedes Mal, für das Treffen mit dem Presbyterium der Partnergemeinde reserviert. Es war wieder ein gemütlicher Grillabend bei traumhaftem Wetter und vielen lieben Gästen. Und es war wieder ein Abschiednehmen. In zwei Jahren wollen wir uns wieder auf die Reise machen – alte Bekannte besuchen und neue Leute kennenlernen.

Am Mittwoch, den 20.07., war es gegen 9.00 Uhr dann soweit; die Heimfahrt stand bevor. Nach einem guten Frühstück brachen wir auf, und der Himmel hat geweint. Es hat meiner Empfindung nach dieses Mal sowieso mehr geregnet als in den vergangenen Jahren, aber so ist das nun mal. Es gab ja auch viel Sonnenschein und schönes Wetter.

Übrigens unsere Rückfahrt gelang uns in einer Rekordzeit von 16 Stunden. Nur die rechte vordere Blinkleuchte ist uns wieder verloren gegangen.

Silke Schuhmann